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Tamsulosin und IFIS - Schwierige Situationen sicher beherrschen

Der Umgang mit Tamsulosinpatienten in der Kataraktchirurgie ist mittlerweile zum Alltagsproblem geworden. Bestimmte Maschineneinstellungen bei der INFINITI® können den Umgang mit dem IFIS wesentlich vereinfachen.

Der Umgang mit Tamsulosinpatienten in der Kataraktchirurgie ist mittlerweile zum Alltagsproblem geworden. Der α1-Blocker Tamsulosin und Derivate ist bei der benignen Prostatahyperplasie das Mittel der Wahl und wird zunehmend häufiger auch bei Frauen mit neurogener Blasenstörung eingesetzt. Der Effekt auf die glatte Muskulatur ist bekannt und wird von Chang et allii in einer Studie beschrieben. In dieser Studie wird auf das Einsetzen von Irishaken verwiesen, was im Alltag des Kataraktchirurgen jedoch einen zunehmenden Zeitaufwand bedeutet und häufig Schädigungen der Iris nach sich zieht.

Bei meiner  Arbeit mit dem INFINITI® Vision System von Alcon habe ich Operationseinstellungen gefunden, die den Umgang mit dem IFIS wesentlich vereinfachen und den Einsatz von Irisretraktoren gänzlich unnötig machen.

Augenmerk sollte vor allem auf verminderten Druck bei der Hydrodissektion gelegt werden. Dies lässt sich dadurch erreichen, dass nach erfolgter Kapsulorhexis die Hydrodissektionskanüle möglichst weit in die Peripherie vorgeschoben wird. Eine komplette Hydrodissektion ist für den weiteren Operationsverlauf sehr hilfreich – hier sollte nicht an Zeit gespart werden.

Da sich das IFIS insbesondere durch eine intraoperative Druckerhöhung im Kapselsack manifestiert, ist darauf zu achten, dass sowohl bei der Irrigation als auch bei den Fluidikparametern mit niedrigen Einstellungen gearbeitet wird. Die INFINITI® bietet alle Voraussetzungen für eine solche Arbeitsweise. Die gute Vorderkammerstabilität der Maschine ermöglicht ein sicheres Arbeiten bei Flaschenhöhen ab 65 cm. Durch die verminderte Abstoßung der torsionalen OZil®- Technologie können sowohl Vakuum, als auch Aspirationsrate (Vac. ab 200 mmHg, AFR ab 15 ml/min) ohne Effizienzverlust auf ein Minimum reduziert werden. In diesem Fall ermöglicht die Dynamik der Infiniti, die für die Einstellung der Pumpengeschwindigkeit zuständig ist, eine Verlangsamung der Pumpe. Dies garantiert die erforderliche Ruhe und das Gleichgewicht bei diesen niedrigen Fluidikeinstellungen.

Da die Iris auch auf lokale Druckerhöhung reagiert, ist es wichtig, den Irrigationsstrom niemals auf die Iris zu richten. Bei Missachtung dieser Regel bemerken wir sogar einen Irisprolaps durch die Parazentesen!

Die Kombination von OZil®-Technologie und mikro-koaxialer Phako, bei der ein Phakotip mit kleinem Durchmesser (0,91 mm) zum Einsatz kommt, ermöglicht die Emulsifikation in einem größtmöglichen Abstand zur Iris und im sicheren zentralen Bereich.

Bei der IOL-Implantation sollte bedacht werden, dass eine zu große Menge Viskoelastikum im Implantationskanal zu einer mechanischen Beeinträchtigung der Iris führen kann. Auch sollte nur wenig Viskoelastikum in den Kapselsack injiziert werden: Dabei sollten sowohl das Volumen der IOL als auch das des Viskoelastikum berücksichtigt werden.

Nach komplikationsloser Implantation der IOL muss das Viskoelastikum abgesaugt werden, hierbei darf das Auge nicht gespült werden, da die Druckerhöhung sonst zu einem Irisprolaps führen kann.

Durch die Anwendung des INFINITI® IFIS Programms können grobe Fehler vermieden werden, da durch die gezielte Abstimmung der Parameter große Schwankungen ausgeschlossen werden.

Take your time…

Praxis Dr. med.  T. Lange, Dr. med. K. Sapalidis und Kollegen, Ludwigsburg

Auf der Praxishomepage können die Maschineneinstellungen abgerufen werden: http://www.augenop.com

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