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Neue Möglichkeiten in der refraktiven Linsenchirurgie

Ein Bericht zum Lunchsymposium während der AAD 2009: Gutes Sehen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein hohes Maß an Lebensqualität! Welche Möglichkeiten die moderne Kataraktchirurgie bietet, durch innovative Implantate postoperativ eine optimale Sehqualität und hohe Brillenfreiheit zu ermöglichen, war das Thema des sehr gut besuchten Alcon Lunchsymposiums während der AAD 2009. Unter der Leitung von Prof. Thomas Kohnen wurden verschiedene Aspekte der refraktiven Linsenchirurgie gemeinsam mit Prof. Ulrich Mester, Dr. Peter Hoffmann und PD Dr. Peter Szurman ausführlich diskutiert

Im ersten Teil des Lunchsymposiums wurden erste, durchweg sehr überzeugende Ergebnisse mit der neuen multifokalen AcrySof® ReSTOR® Aspheric +3 D IOL präsentiert. T. Kohnen leitete seinen Vortrag sehr eindrucksvoll mit Daten zur Entwicklung der Alterspyramide ein: innerhalb der nächsten zwanzig Jahre wird der Anteil der über 65-jährigen in der Bevölkerung um 7% zunehmen. So werden im Jahr 2028 etwa 21,3 Mio Menschen über 65 Jahre alt und somit presbyop sein, heute sind es bereits 16,7 Mio Menschen. Die neue multifokale AcrySof® ReSTOR® Aspheric +3 D IOL stellt dabei eine effiziente Möglichkeit zur Presbyopiekorrektur auch im Rahmen der Kataraktchirurgie dar. Wie Kohnen darlegte, basiert die neue ReSTOR® IOL auf dem bewährten apodisiert-diffraktiven Optikdesign ihrer Vorgängermodelle und unterscheidet sich nur durch ihren reduzierten Nahzusatz von 3 dpt. Dies wirkt sich positiv auf den Intermediärvisus und den Leseabstand aus, wie er anhand seiner ersten Ergebnisse belegte: der beste Leseabstand lag bei 37 – 40 cm, der mittlere Visus über alle Distanzen lag bei 0,1 logMAR oder besser, die Sehschärfentiefe war bei 40 – 50 cm am besten und der Intermediärvisus über alle Bereiche lag bei 0,168 logMAR oder besser. Kohnen hielt fest, „wir sind zum jetzigen Zeitpunkt mit dem neuen Implantat sehr zufrieden und haben das Vorgängermodell komplett ausgetauscht, weil die Patienten mit dem neuen Modell wegen des verbesserten Intermediärvisus deutlich zufriedener sind."

U. Mester bestätigte diese Ergebnisse und hob ebenfalls den deutlich verbesserten Intermediärvisus hervor: Während mit dem Vorgängermodell in 70 cm Entfernung ein durchschnittlicher Visus von 0,5 erzielt wurde, kann mit der neuen ReSTOR® +3 D IOL ein durchschnittlicher Visus von 0,8 erreicht werden. „Das ist ein deutlicher Unterschied und insbesondere für Menschen, die viel am Computer arbeiten ein großer Vorteil", so Mester. Die Befürchtung, der reduzierte Nahzusatz sei mit stärkeren photischen Störungen verbunden, habe sich dabei nicht bestätigt! In diesem Zusammenhang wies Mester auch ausdrücklich darauf hin, dass bestimmte Nebenerscheinungen von Multifokallinsen wie z.B. Lichtphänomene oder auch die neuronale Adaptation keine Komplikationen darstellen, sondern zum System gehören. Dies müsse auch den Patienten verständlich gemacht werden.

Insgesamt waren beide Referenten begeistert von der neuen ReSTOR® mit 3 Dioptrien Nahzusatz und waren sich einig, dass „wir mit der AcrySof® ReSTOR® Aspheric +3D noch mehr Patienten zufrieden machen als mit der +4D". Um ein optimales refraktives Ergebnis zu erzielen, empfahlen beide, auf Emmetropie abzuzielen und die Achslängenmessung mit dem IOL-Master durchzuführen. Zur Auswahl der korrekten Linsenstärke empfahlen sie, die Berechnung anhand von drei Refraktionsformeln (SRKT, Haigis, Holladay) durchzuführen und daraus die optimale Linsenstärke abzuschätzen.

Der zweite Teil des Symposiums war der Astigmatismuskorrektur gewidmet. P. Hoffmann präsentierte umfangreiche Daten zur Astigmatismus-Prävalenz und legte dar, dass etwa jeder sechste Patient von der Implantation einer torischen Intraokularlinse profitiert. Denn bei etwa 16 % der Kataraktpatienten liegt ein Astigmatismus von > 1,5 dpt vor. Und bereits die Korrektur der kleinen Zylinderwerte sei sehr wirkungsvoll, da der Restzylinder zu etwa 50 % am postoperativen Unschärfeäquivalent beiträgt und so die postoperative Sehqualität beeinträchtigt. „Bei einer Brillenverordnung würde man ja auch nicht auf die Idee kommen, einen Zylinder von 1,5 dpt nicht auszugleichen", so Hoffmann. Im Rahmen der Kataraktchirurgie stellt die AcrySof® Toric IOL eine effiziente und vor allem langfristig stabile Möglichkeit zur Astigmatismuskorrektur dar, wie die Ergebnisse von Hoffmann zeigen. Ein Jahr postoperativ ermittelte er bei 89 Patienten nach Implantation der AcrySof® Toric IOL eine außergewöhnlich hohe Rotations- und Refraktionsstabilität: Mehr als 90 % der Patienten zeigten eine Rotation < 10°, fast alle Patienten erreichten einen Visus von 0,8. Hoffmann kam dementsprechend zu dem Ergebnis, dass „mit der AcrySof® Toric eine sichere, effiziente, vorhersagbare und langzeitstabile Astigmatismuskorrektur möglich ist."

P. Szurman präsentierte seine Erfahrungen mit der AcrySof® Toric IOL vor allem unter Praxisaspekten und hob die Einfachheit und leichte Integration des AcrySof® Toric Konzeptes in den Praxisalltag hervor: „Das revolutionäre an dem AcrySof® Toric Konzept ist, dass es auf der bewährten AcrySof®-Plattform basiert. Das garantiert eine leichte Implantation ohne sperrige Haptiken, sehr gute Zentrierung und eine geringe Nachstarrate." Auch aufwändige Berechnungen sind nicht nötig, da „der Toric Calculator sehr leicht und komfortabel zu bedienen ist, so dass die Kalkulation der torischen Linse sogar voll delegierbar ist". Auch die Implantation der AcrySof® Toric IOL mit dem Monarch® Injektor beschrieb er als leicht und „wie gewohnt". Der Astigmatismus wurde im Median von 1,58 auf 0,5 dpt reduziert, die Fehlachse lag bis auf eine Ausnahme bei unter 2°. Dies führt Szurman auch darauf zurück, dass die AcrySof® Toric IOL aufgrund des Materials „dort sitzen bleibt, wo man sie implantiert". Die AcrySof® Toric IOL ermöglicht also ohne großen Aufwand eine zuverlässige und vorhersagbare Korrektur niedriger Astigmatismen. Insgesamt können so mit den konventionellen und den torischen AcrySof® Modellen etwa 97 % der Kataraktpatienten astigmatismusneutral versorgt werden.

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