Netzhautablösung (Ablatio oder Amotio retinae)
Ursache: Vorläufer von Netzhautablösung sind oftmals degenerative
Veränderungen in der Netzhautperipherie (am sog. Äquator oder dahinter),
die als Zeichen des Alterungsprozesses der Netzhaut angesehen werden. Bei
Normalsichtigen entwickeln sich diese Veränderungen jenseits des 45.
Lebensjahres. Bei Kurzsichtigen können sie allerdings schon wesentlich
früher auftreten. Diese Veränderungen entwickeln sich über
Jahre und stehen nicht selten in Verbindung mit einem krankhaft veränderten
Glaskörper. Zu den Vorstufen einer Netzhautablösung zählen
u. a. Gitterlinien oder Netzhautlöcher. Zur Netzhautablösung kommt
es, wenn der Glaskörper die Netzhaut von der Unterlage abzieht oder Flüssigkeit
in ein Netzhautloch dringt und so die Netzhaut vom sog. Pigmentblatt abhebt.
Dazu wird wie bei der Diagnostik ein Kontaktglas nach Betäubung auf die
Augenoberfläche aufgesetzt und so über Spiegel der Laserstahl auf
die Umgebung der erkrankten Region gelenkt. Die Therapie ist in der Regel
schmerzfrei, lediglich ein Stechen oder ein Druck können empfunden werden.
Diese Lasereffekte müssen nun in 8 - 14 Tagen vernarben. Leider ist auch
diese Therapie nicht völlig nebenwirkungsfrei. Deshalb wird der Augenarzt
Kontrollen durchführen. Selten können u. a. Blutung oder Netzhaut-Glaskörperschrumpfung
mit Netzhautablösung entstehen.
Derartige Operationen werden in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose
durchgeführt. Da man eine Netzhaut nicht nähen kann, und die abgehobene
Netzhaut wieder auf ihrer Unterlage (Lochverschluss) verankert werden
muss, wird durch Aufnähung eines elastischen Kunststoffes (Plomben)
genau auf der Außenseite des Loches die äußere Augenhülle
(Lederhaut-Aderhaut) an die Netzhaut herangeführt, so dass die
Strukturen zusammen vernarben können. Es gibt isolierte Plomben bei
Einzellöchern oder Gürtelplomben (Cerclage) bei Mehrfachlöchern. Nach derartigen Operationen wird in der Regel ein Verband mit antibiotischer
und kortisonhaltiger Augensalbe auf das Auge aufgebracht. Körperliche
Schonung ist in den ersten Tagen sinnvoll. Bei Gas- oder Ölanwendung
können
spezielle Körperlagen nötig sein, damit die Gas- oder Ölblase
die abgehobene Netzhaut auf die Unterlage drücken kann.
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Oben: Peripheres Netzhautloch, mit Laserkoagulation (weißliche Bezirke) umstellt.
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