Ursache: Als Uveitis bezeichnet man eine entzündliche Erkrankung der
Aderhaut. Sie ist allerdings selten infektiöser Natur, sondern es
handelt sich um eine immunologisch bedingte Erkrankung. Der Begriff
"Uvea" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Traube" (entfernt man
die äußere Hülle des Auges, - die Lederhaut - so bleibt eine bläulich
schimmernde Augenkugel über, die an die griechische Weintraube
erinnert). Kommt es in einem der Bereiche der Gefäßhaut zu einer
Entzündung, so unterscheidet man je nach betroffenem Abschnitt eine
1. Regenbogenhautentzündung (Iritis)
2. Entzündung des Strahlenkörpers (Cyclitis)
3. Aderhautentzündung (Chorioiditis)
Im
weitesten Sinne ist die entzündliche Erkrankung der Gefäßhaut oder
ihrer Anteile eine allergisch-hyperergische Reaktion (immunologische
Erkrankung), wobei durchaus Infektionen durch Keime in der
Vorgeschichte eines Erkrankten eine Rolle spielen können. Insbesondere
bei Kindern kann eine recht aggressive Form der Iritis oder
Iridocyclitis bei kindlichem Rheuma ausgelöst werden. Weitere
Erkrankungen, die zu einer Uveitis führen können, sind die rheumatoide
Arthritis, der Morbus Bechterew, entzündliche Gefäßerkrankungen, die
Tuberkulose, die Sarkoidose, die Lues, Pilze oder die Toxoplasmose.
Auch immungeschwächte Menschen erkranken an Uveitis, z. B. HIV-Kranke.
Betroffen sind etwa eine halbe Million Menschen in Deutschland.
Besonders tückisch sind die Formen, die ohne Alarmzeichen ganz
schleichend die Sehfähigkeit beeinträchtigen.
Symptome: Als akutes Zeichen einer Uveitis, die ein oder
beide Augen betreffen kann, ist ein gerötetes Auge, meist verbunden mit
Druckschmerzen, Blendempfindlichkeit oder Sehstörung, anzusehen. In
schweren Fällen ist die Pupille entrundet und es kann ein Eiterspiegel
in der vorderen Augenkammer sichtbar werden, was bei genauer
Beobachtung auch im Spiegel zu erkennen ist. Manchmal sind aber auch
nur Sehstörungen oder dunkle Flecken oder schwebende dunkle "Teilchen"
im Gesichtsfeld vorhanden. Bei Aderhautentzündung kann ein
Gesichtsfeldausfall bemerkt werden.
Diagnostik: Der Augenarzt wird neben der Sehschärfe auch
die vorderen und inneren Abschnitte des Auges mit der Spaltlampe
untersuchen. In der Regel wird bei Verdacht auf eine Uveitis oder
Entzündung einzelner Gefäßhautabschnitte auch der Augeninnendruck, der
bei dieser Erkrankung erhöht sein kann, gemessen. Anschließend wird die
Pupille erweitert, um die Netzhaut und die darunter liegende Aderhaut
zu untersuchen. Es kann sein, dass dazu nach einer oberflächlichen
Betäubung ein sog. Kontaktglas auf die Hornhaut gesetzt wird, um
stereoskopisch Details des Glaskörpers und der
Netzhaut-Aderhautabschnitte besser zu erkennen. Diese
Untersuchungsgänge sind schmerzlos. Da die Entzündungsformen der
Gefäßhaut oder ihrer Einzelabschnitte ihre Ursache in anderen
Körperregionen haben können, wird in der Regel die Ursachenklärung
durch Hausärzte, Kinderärzte, Internisten, ggf. spezialisierte
Rheumatologen oder Immunologen erfolgen. Nicht immer wird eine klare
Ursache gefunden.
Therapie: Die sofortige Therapie besteht in der Anwendung
von kortisonhaltigen und pupillenerweiternden Augentropfen. Je nach
Beschwerdebild werden auch Kortisontabletten oder sogar
Immunsuppressiva nötig. In sehr schweren Fällen der Uveitis muss sogar
der Gläskörper operativ entfernt werden (Vitrektomie). Bei
Augendruckerhöhung werden drucksenkende Medikamente eingesetzt. Die
Therapie muss am Einzelfall orientiert sein. Der Verlauf einer Uveitis
ist sehr unterschiedlich, sie kann nur einmal auftreten oder, was
leider häufiger vorkommt, wiederkehren oder chronisch sein. Deshalb
werden neben der spezifischen Therapie, die durch Augenarzt und
Allgemeinarzt überwacht werden sollte, auch eine gesunde Lebensführung,
Klimawechsel oder Kuraufenthalte empfohlen. Auch eine psychosomatische
Betreuung kann sinnvoll sein.