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Bakterielle Hornhautentzündung (Keratitis)

Ursache: Bei kleinsten Verletzungen oder gewisser Abwehrschwäche können Bakterien in das Hornhautgewebe eindringen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Kontaktlinsenträger oder Menschen mit Trockenem Auge, z. B. bei Rheuma. Liegt ein Verschluss des abführenden Tränensystems vor, dann können Keime auch aus dem Tränensack in die Hornhaut eindringen. Es gibt eine Vielzahl von Keimen, die so gefährlich sein können, dass in kurzer Zeit das gesamte Hornhautgewebe durchdrungen ist (Hornhautgeschwür, Ulcus serpens), ein Defekt in der Hornhaut entsteht und die Keime in das Augeninnere vordringen. Nun ist das gesamte Auge gefährdet.

Symptome: Eine einseitige, in der Regel ausgeprägte Augenrötung sollte immer ein Alarmzeichen sein. Wenn dann noch zusätzlich Fremdkörpergefühl, Schleim und/oder grau-weiße oder gelbliche Hornhauttrübungen sichtbar werden, sollte unmittelbar ein Augenarzt oder eine Augenklinik aufgesucht werden.

Diagnostik: Der Augenarzt wird mit der Spaltlampe Bindehaut, Hornhaut und das Augeninnere untersuchen. Bei schwerem Befund wird eine Einweisung in eine Augenklinik erfolgen. Bei Hornhautentzündung sollte ein Keimnachweis geführt werden. Die Spülung der Tränenwege sollte evtl. erfolgen, um zu prüfen, ob hier vielleicht die Ursache der Infektion liegt.

Therapie: Sofort halbstündlich oder stündlich antibiotische Augentropfen mit breitem Wirkungsspektrum. Bei schwerer Entzündung (Ulcus serpens und Beteiligung des Augeninneren) allgemeine antibiotische Therapie (in der Regel Infusionen) unter stationären Bedingungen. Je nach Beteiligung der inneren Augenabschnitte wird ein pupillenerweiterndes Medikament gegeben. Ist die Hornhaut durchbrochen (Perforation), so kann auch eine akute Hornhautverpflanzung (Keratoplastik a chaud) notwendig werden, um das Auge und die Sehfähigkeit zu erhalten. Manchmal reicht das Aufnähen eines durchsichtigen Häutchens (Amnionmembran), um den Defekt abzudecken.