Einblicke - Ausblicke
Torsionale Phako: signifikant geringere thermische Belastung
Torsionale Phakoemulsifikation resultiert in signifikant niedrigeren Inzisionstemperaturen als die longitudinale Technik (p<0,001). Zu diesem Ergebnis kommen Jun et al. in einer prospektiven Studie mit 12 Autopsieaugen. Verglichen wurde die Temperaturentwicklung beider Techniken jeweils bei Inzisionsgrößen von 2,75 mm bzw. 2,2 mm. Während bei longitudinaler Phakoemulsifikation die Inzisionstemperaturen kontinuierlich ansteigen und die höchsten Werte erreichen, liegen die Werte bei der torsionalen Technologie signifikant niedriger und erreichen zudem ein Plateau (Abb.). Dementsprechend trat ein „Corneal burn“ nur bei longitudinaler Phako auf. Die Autoren führen dies darauf zurück, dass bei torsionaler Phakoemulsifikation die Bewegungen des Tips in der Inzision deutlich reduziert sind. Zudem erleichtere seine torsionale Bewegung eine Verteilung der Irrigationsflüssigkeit, was möglicherweise einen kühlenden Effekt auf die Inzision habe. Insgesamt halten die Autoren fest, dass durch torsionale Phakoemulsifikation das Risiko eines „Corneal burn“ insbesondere bei geringen Inzisionsgrößen und harten Kernen reduziert werden kann. Sie weisen darauf hin, dass ein „Corneal burn“ neben Undichtigkeit der Inzision und einem erhöhten Infektionsrisiko vor allem auch Astigmatismus induzieren könne.
Jun B. et al., J Cat Refract Surg 2010; 36:832-837.