Report
Torsionale Phako: höhere Effizienz und Sicherheit
Die Vorteile der torsionalen Phakoemulsifikation gegenüber der longitudinalen Technik belegen T. Miyoshi und H. Yoshida anhand einer laborexperimentellen Studie. Mit Hilfe digitaler Hochgeschwindigkeitsvideoaufnahmen - für die sie bereits auf der ESCRS 2007 ausgezeichnet wurden - haben sie die Unterschiede beider Technologien deutlich gemacht: Bei der torsionalen Phakoemulsifikation schwingt der Tip seitlich am Kern entlang und schabt so kontinuierlich bei jeder Bewegung kleinste Kernfragmente ab. So wird ein nahezu konstanter Kontakt mit dem Linsenkern aufrechterhalten und die Abstoßung des Linsenkerns bzw. die Verwirbelung von Linsenfragmenten ist erheblich reduziert. Das Linsenmaterial wird deshalb effizienter und sicherer emulsifiziert. Bei der longitudinalen Technik hingegen schwingt der Tip vor und zurück und zerbricht den Kern in größere Fragmente, die aspiriert werden. Gelegentlich können diese – oder der restliche Kern – allerdings auch zu einer Okklusion führen und müssen dann vom Tip abgestoßen werden, was zu Verwirbelungen in der Vorderkammer führt. Demgegenüber ist die torsionale Phako sicherer und zudem effizienter: Während bei der longitudinalen Technik nur die Vorwärtsbewegung des Tips zur Kernzerkleinerung beiträgt, ist dies bei der torsionalen Phakoemulsifikation bei jeder seitlichen Bewegung des Tips der Fall.
Miyoshi T., Yoshida H., J Cat Refract Surg 2010; 36:1201-1206.