Literatureinblicke
Hydrophile Acryllinsen: Hohe Nachstarrate
Noch immer ist Nachstar die häufigste, postoperative Komplikation der Kataraktchirurgie. Eine Behandlung mittels Nd:YAG-Laser ist zwar möglich, allerdings können weitere Komplikationen wie ablösung, Makulaödem oder Augeninnendruckerhöhung die Folge sein (1). Die Beherrschung des Nachstars ist daher nach wie vor ein zentrales Thema in der Kataraktchirurgie.
Zwei große aktuelle Meta-Analysen kommen aufgrund der Daten von 53 bzw. 23 klinischen
Studien zu dem Ergebnis, dass Intraokularlinsen aus hydrophilem Acryl signifikant mehr Nachstar hervorrufen als alle anderen Materialien (2),(3). Findl et al. ermittelten zudem, dass nach Implantation hydrophiler Intraokularlinsen das Risiko, eine Nd:YAG-Kapsulotomie zu benötigen, mehr als achtmal höher ist als nach Implantation anderer Materialien. Beide Studien kommen außerdem zu dem Ergebnis, dass Linsen mit scharfer Kante solchen mit runder Kante überlegen sind. Cheng et al. schlussfolgern daher, dass Linsen mit scharfer Kante aus hydrophobem
Acryl bzw. Silikon in der Nachstar-Prävention anderen Intraokularlinsen deutlich überlegen sind.
(1) Murrill et al., Optom Clin 1995;4:69-83.
(2) Findl et al., Cochrane Database of Systematic Reviews 2007, Issue 3. Art. No.:CD003738.DOI:10.1002/14651858. CD003738.pub2.; (3) Cheng et al., Am J Ophthalmol 2007;143:428-436.